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Aarons Erfahrungen als Austauschschüler

Was genau zu einem Austauschjahr gehört, ist schwierig zu sagen.  Was man während seines Austauschjahrs erfahren wird, ist noch schwieriger zu sagen, aber eins, was ich gelernt habe ist , dass ein Austauschjahr kein Formular hat.  Ich, als ein ziemlich ordentlicher junger Kerl, hatte ein ziemlich festes Bild vor Augen gehabt, bzw. wie mein Austauschjahr in Deutschland aussehen würde.  Außer der Unterschied in Sprachen, ich dachte mir, dass das Leben in Deutschland ziemlich ähnlich zu dem in den USA wäre.  Nach der ersten Woche, war es mir schon ganz klar, dass dieses Jahr mehr für mich halten würde, als was ich erwarten könnte.

Um diese schönen Vorteile meines bisherigen Austauschjahrs am besten zu erläutern, werde ich mit dem Praktischen anfangen, und mit dem mehr Abstrakten beenden.  Also, der erste große Unterschied, den ich in Deutschland begegnet bin, ist der Unterschied von allgemeinen Kosten.  Wenn man sich vornimmt in einem anderen Land für eine beliebige Zeit sich aufzuhalten, soll man zuerst ein bisschen Forschung betreiben, und nachschauen wie die Wirtschaft des zu bereisenden Landes mit dem Wirtschaft der Heimat vergleicht.  Ein praktisches Beispiel davon: hier in Deutschland habe ich festgestellt, dass ein guter Bleistift ungefähr zwei Euro kostet, während man in Amerika für zwei Euro 20 von den besten Bleistiften kaufen kann (Ticonderoga, nämlich).  Solche Kleinigkeiten, bauen sich aufeinander auf und können problematisch werden, wenn die Reisende nicht mit der Wirtschaft des fremden Landes bekannt ist. 

Ein zweiter Punkt ist, dass man das Unerwartete erwarten soll.  Na klar, man geht zu einem fremden Land, weil er das Unerwartete erfahren möchte, aber manchmal entdeckt man etwa schwierige Sachen, die man nicht unbedingt entdecken wollte.  Ich, beispielsweise, habe in den ersten Paar Monaten einen Sinn von Selbstständigkeit gelernt, den ich nie zuvor kannte oder überhaupt brauchte.  Meine eigene Busfahrpläne aussuchen zu müssen, allein jeden Tag laufen zu gehen,  und meine eigene Pflegesachen kaufen zu müssen, sind nur ein Paar Beispiel von den neuen Herausforderungen, die nicht angenehmen oder gewünscht waren. Die mit der Zeit mich mehr selbstständig gemacht haben.  Für die erste Paar Monaten, die Kenntniss, dass so viel an meinen Schultern wiegte, war für mich eine echte Quelle von Stress.  Ich fühlte mich als ob ich keine Unterstützing hatte, und, dass wenn ich einmal gescheitert wäre, alles zu einer Katastrophe geworden wären.  Nachdem ich aber mit diesen Herausforderungen gekämpft habe, habe ich selbst erlebt, dass ich selbstständig in der Welt leben kann.  Von diesem Beispiel habe ich dann, in einem großeren Sinn, gelernt, dass manche Hindernisse, die am Anfang erscheinen keinen Vorteil zu haben, können zu dem unerwarteten Charakterwachstum führen.

Das dritte und vermutlich wichtigste Lehre, die ich in diesem Artikel mitzuteilen habe ist, dass man, besonders als Austauschschüler, seine Vorurteile zurück halten soll.  In dem Heimatland, ist man mit der Lage und den Umstände der Menschen bekannt, und deshalb kann möglicherweise besser verstehen warum jemand etwas machen würde.  Als Austauschschüler, hat man aber die kulturellen Wissen eines Landes nicht, und deshalb vielleicht auch weniger Verständnis für die Taten der Leute.  Der Austauschschüler wurde in einer ganz anderen Kultur erzogen, und deshalb könnte auch ganz andere grundlegende Aussichte haben.  Wenn der Gast eines Landes dann anfängt die sichbare oder oberflächliche Aspekte eines Landes auszurechnen, ohne die grundlegende Aussichte und Erfahrungen eines Landes zukennen, kann er es später echt bereuen.  AFS hat mir immer gesagt, dass ich für die erste Paar Monaten wie ein „Schwamm“ sein sollte.  Ab und zu, für die erste Paar Monaten hat man ganz ehrlich keine Ahnung warum die Leute machen was sie machen (zumindest in meinem Fall), und deswegen ist der Ziel zuerst zu beobachten und soviel ins Gehirn einzuziehen wie möglich.  Mit Zeit kann Meinungen sich verändern genauso wie erste Eindrücke von anderen Menschen. Wenn man eine Bremse an seinen Mund für die ersten paar Monaten setzt, kann es sich mehrfach lohnen, und zu einem insgesamten besseren Austauscherfahrung führen. Ich habe gelernt, dass es braucht nur ein verkehrtes Wort, um eine mögliche Freundschaft zu ruinieren, aber dass es braucht mehrere guten Worten, um eine dauerhaften Freundschaft aufzubauen.

Alles in allem, ein Austauschjahr ist ein Jahr von neuen Erfahrungen.  Die Arbeit die man investiert entspricht der Lohn, den man am Ende des Jahres zurückbekommt.  Für alle zukunftigen Austauschschülern, ich wünsche euch viel Erfolg!

Aaron Bliss