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Eugenia auf Sardinien

Ich heiße Eugenia Stremel und mache 2008/09 ein Auslandsjahr in Italien (Sardinien). 

Ich bin schon fast 9 Monate hier in Italien und es gefällt mir hier immer noch sehr. Ich habe eine klasse Familie die zu mir passt und mit allen Familienmitgliedern verstehe ich mich super. Klar gibts es manchmal Streitereien, aber das ist ja normal. Mit meiner ältesten Schwester (19) unternehme ich viel. Am Anfang etwas mehr, weil alles für mich so neu war und ich noch niemanden kannte. Aber inzwischen habe ich auch eigene Freunde gefunden, in der Schule und auch außerhalb der Schule. Vor dem Treffen mit meiner Gastfamilie am Flughafen war ich sehr aufgeregt - dass waren wir alle. Als wir dann da ankamen, wo alle Gastfamilien schon gespannt auf ihre Austauschkinder mit Plakaten und Schildern warteten, war es so, als wäre man berühmt. Als meine Gastmutter mich sah, nahm sie mich an die Hand und wir gingen zu den restlichen Familienmitgliedern. Sie stellten sich alle vor, begrüßten mich und redeten und redeten, aber ich habe damals noch kein Italienisch gesprochen und deshalb einfach immer nur gelächelt. Als mein Gastbruder (2) mich das erste mal sah, fing er an zu weinen, weil er mich nicht kannte und ich ihn auch nicht. Aber jetzt spielen wir zusammen und können schon nicht mehr ohne einander. 

Das erste Wort das ich auf Italienisch lerne war "Wasser", da meine Gastmutter mich im Auto öfters fragte, ob ich wohl Wasser möchte. Im Auto lernte ich Vokabeln. Meine Gastmutter schrieb sie mir auf kleine Merkzettel und ich lernte die ganze Fahrt lang. Als wir dann zu Hause waren, klebten wir diese Zettel an die Möbel. Und als ich sie nach zwei bis drei Wochen sicher konnte, nahm ich sie und schmiss sie weg. Mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester sprach ich den ersten Monat so: Sie sagten mir etwas auf Italienisch und dann übersetzten sie es mir ins Englische. Ab dem zweiten Monat sprachen sie nur noch Italienisch mit mir, was ich auch sehr gut finde, da ich nach vier Monaten schon fließend Italienisch sprechen konnte.

Im Oktober (einen Monat nach meiner Ankunft) hatten wir ein viertägiges Camp von AFS. Ich traf alle Jugendlichen, die mit AFS in Sardinien sind. Wir redeten über die Länder, aus denen die Teilnehmer kamen, über die Kultur und über die Probleme, falls wir welche hatten. In diesen vier Tagen sprach ich mehr auf Deutsch, Russisch und Englisch, als auf Italienisch. Deshalb musste ich nochmal von vorne anfangen Italienisch zu sprechen, weil ich so viel wieder vergessen hatte.

Im Februar hatten wir noch ein Camp und da sprachen wir alle mehr oder weniger Italienisch.

An Weihnachten konnten wir uns aussuchen, wann wir in die Kirche gehen wollten: entweder an Heiligabend oder am 1. Weihnachtstag. Die Voraussetzung war die, dass wir mindesten ein Mal hingehen. An Heiligabend backte meine ganze Familie mit mir Plätzchen (Rezept von mir) und abends gingen meine ältere Schwester und ich raus, damit wir um Mitternacht unseren Freunden frohe Weihnachten wünschen konnten. Als wir dann später zu Hause waren, packte ich mit ihr Geschenke aus, die wir von unseren Freunden bekommen hatte.

Am ersten Weihnachtstag hatten wir Besuch von den Geschwistern und der Mutter meines Gastvaters. Wir fingen um 14 Uhr mit dem Mittagessen an und hörten erst um 17 Uhr auf zu essen. Danach gab es Geschenke. Jeder verteilte seine Geschenke und nachdem alles ausgepackt war, spielten wir alle zusammen ein typisch italienisches Spiel namens "Tombolla".

Silvester feierte ich mit meiner Schwester und unseren Freunden. Wir aßen bei einem Freund zu abend und dann feierten wir die ganzen Nacht in einer Disco.

Zusammen mit meiner Gastfamilie habe ich viel Spaß. wir lachen sehr viel miteinander.

Einmal ging ich mit meinem Gastvater alleine in die Stadt und da er nur Italienisch spricht, war dieser Ausflug eine richtige Herausforderung für mich. Wir wollten parken und auf auf dem Parkplatz war eine riesige Pfütze. Er sagte zu mir, ich solle aussteigen und da ich zu jedem und allem "Ja" sage, habe ich das auch dann getan. Aber ich habe nicht verstanden, was er damit meinte. Also blieb ich sitzen und regte mich bestimmt fünf Minuten lang nicht. Als ich darauf kam und die Türe aufmachte, fing er an zu klatschen und zu jubeln. Zu Hause erzählte er es direkt den anderen und wir lachen heute noch darüber. Ich glaube, das wird mich jetzt für immer begleiten.


Wie ich schon erwähnt habe, unternahm ich am Anfang sehr viel mit den Freunden meiner Gastschwester, aber nicht mit meiner jetztigen Freundin aus Alaska. Das war sicher auch gut so, denn hätten wir uns von Anfang an getroffen, wäre unser Italienisch jetzt sehr schlecht, weil es für uns leichter gewesen wäre Englisch zu sprechen. Aber jetzt sind wir richtig gute Freunde geworden und unternehmen auch fast jeden Tag etwas gemeinsam.

Die Schule in Italien war für mich am Anfang sehr anstrengend, da sie von Montag bis Samstag von 8:30 bis 13:30 und zwei Mal pro Woche von 8:15 bis 13:45 geht. Aber jetzt habe ich mich langsam daran gewöhnt. In der Schule wurde ich von Anfang an benotet, aber natürlich nicht so streng wie die anderen. Es gibt hier ein 10-Punktesystem. 1-5 Punkte sind schlecht und 6-10 Punkte sind gut. 10 Punkte geben die Lehrer aber nur sehr selten. Meine Noten liegen bis jetzt fast alle zwischen 6 und 10 Punkten. 

Ich habe einen speziellen Stundenplan, den ich zusammen mit meiner Italienischlehrerin zusammengestellt habe. Eine extra Stunde Sport, jeweils eine weitere Extrastunde in Religion und Informatik und zusätzlich noch zwei Italienischstunden mit einer thailändischen Austauschschülerin.

Wir haben jeden Monat ein Mal ein Assemblea (Versammlun) von der Schule. Dort versammelt sich die ganze Schülerschaft in einer Halle, um die wichtigsten und aktuellsten Themen zu besprechen. Außerdem gibt es eine solche Assemblea auch monatlich in der Klasse, um z.B. die Klassenfahrt oder den nächsten Ausflug zu besprechen. 

Mit meinen Klassenkameraden verstand ich mich vom ersten Tag an super und das ist immer noch so. Wir machten im März eine Klassenfahrt nach Spanien (Madrid) und sie war toll. Wir schauten uns alles von Madrid an. Eine wunderschöne Stadt!

Mein Tagesablauf läuft so ab: Ich gehe bis mittags in die Schule, dann nehme ich den Bus nach Hause und esse zu Mittag. Direkt danach gehe ich entweder Hausaufgaben machen oder helfe im Haushalt. Wenn ich meine Aufgaben erfüllt habe, spiele ich mit meiner kleineren Gastschwester (10) und mit meinem kleinen Gastbruder. Von 18:00 bis 20:00 bin ich in der Ludoteca (so etwas ähnliches wie ein Hort). Dort spielen wir Kicker, PingPong, Volleyball oder Brettspiele - eben das, worauf wir gerade Lust haben. Gegen 20:00 gibt es dann Abendessen und zwischen 22:00 und 23:00 endet mein Tag.

Was noch zu sagen bleibt ....

 

Italien ist SUPER und Sardinien ist einfach ein TRAUM!!!

Ganz liebe Grüße, Eugenia