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Ama la vida! - Justin berichtet aus Ecuador

Ecuador ist ein Land über das die meisten Europäer wenig wissen. Manche wissen vielleicht, dass Quito die Hauptstadt ist, aber ansonsten wird es weitgehend als ein weiteres Land Lateinamerikas abgestempelt. Mit nicht viel mehr Wissen über das Land, dafür aber mit einer sehr aufgeschlossen Einstellung bin ich hier in der mir voher unbekannten Stadt, Machala angekommen.

Natürlich habe ich voher versucht mich ein wenig über Machala schlau zu machen, allerdings haben alle Reisebroschüren über Ecuador gesagt, dass es „unnötig“ ist Machala zu besuchen. Dazu kam auch noch, dass meine Gasteltern Pastoren einer evangelischen Kirche sind. Als mich Leute vor meinem Auslandsjahr fragten, sagte ich immer, dass ich offen für alles sei, nur, dass ich mir eine nicht allzu religiöse Familie wünsche.

Während meiner ersten Woche in Ecuador war ich sechs Mal in der Kirche. Ich dachte alles sei gegen mich und ich hatte große Angst vor den mir ewig langen 10 Monaten meines Austausches. Allerdings blieb ich ruhig, sprach offen und ehrlich mit meiner Familie und zeigte gleichzeitig viel Respekt. Dann ging plötzlich alles bergauf.

Jetzt ist es März und ich bin mir unsicher wie es passiert ist, dass ich ein Teil der Familie wurde. Klar gibt es immer noch kulturelle Unterschiede, aber meine Familie vertraut mir trotzdem und ich liebe es hier in Ecuador zu leben.

Ich bin schon viel gereist und freue mich auf das, was noch kommt! Meine Gasteltern nehmen ein bis zwei Mal im Monat an verschieden Treffen von Pastoren teil und fahren deshalb in verschiende Dörfer und Städte. Ich fahre meistens mit und lerne so viel über das Land. Dazu kommt, dass wir nicht in Hotels schlafen, sondern bei anderen Mitgliedern der Kirche und somit lerne ich das örtliche Essen und andere Aspekte der Kultur kennen.

Ecuador ist wahrlich einzigartig, da es relativ klein ist, aber alles hat was man sich wünschen könnte. Es gibt die Küste, die Anden, den Regenwald und sogar die Galapagos Inseln! Ich bin aufgeregt und freue mich richtig auf meinen Ausflug auf die Galapagos Inseln mit AFS im April. Insgesamt scheint mir die noch verbliebende Zeit viel zu kurz um alles zu sehen und zu erleben, weshalb ich mir jetzt schon sicher bin, dass ich wieder zurückkommen werde. Und das wird dann auch viel einfacher als vorher sein, da ich jetzt Spanisch gelernt habe! Eine Sprache während dem Auslandsjahr lernen ist wirklich das Beste überhaupt. Zu meiner Familie kommen auch noch die anderen Austauschschüler hinzu, die mein Auslandsjahr bereichern. Sie sind direkt meine besten Freunde geworden und wir haben viel Spaß, während wir zusammen Ecuador entdecken.

Als Zwischenfazit würde ich sagen, dass obwohl bei mir nach der ersten Woche der Kulturschock wirklich tief saß, ich nichts bereue und auch sehr dankbar bin, dass ich mich für ein Auslandsjahr in diesem einzigartigen Land entschieden habe.