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Noël en France

Vanessa mit ihrer Gastfamilie vor dem Tannenbaum. Ihr Kommentar: "Die Franzosen sind alle relativ klein!"

Ein Auslandsjahr - Für viele meiner Freunde bedeutet das: Ein Jahr ohne Eltern und ohne Stress in der Schule. Für mich bedeutet es sehr viel mehr:

Seit September 2013 lebe ich meinen Alltag in einer französischen Familie südlich der Bretagne. Als ich hier ankam, war plötzlich alles anders! Auf einmal habe ich zwei jüngere Geschwister, einen Hund und keinen Fernseher mehr. 

Mittlerweile habe ich mich an all diese neuen Umstände gewöhnt, auch an die größte Umstellung, nämlich die Sprache. Es war ein kleiner Schock, dass jeder mit mir Französisch sprach. Am Anfang habe ich sehr wenig verstanden und hatte große Probleme mich auszudrücken. Nach vier Monaten fällt mir alles wesentlich einfacher und in der Schule läuft alles bestens. Anfangs war es etwas seltsam und ich fühlte mich einsam. Schnell fand ich gute Freunde, mit denen ich bereits viele gute Momente erlebt habe. 

Ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Gastfamilie. In einer fünfköpfigen Gastfamilie wird es nie langweilig. Die Zeit vergeht unheimlich schnell und ehe ich mich versah stand Weihnachten vor der Tür. Oft wurde ich gefragt, ob ich über die Feiertage nach Hause fahre und jedes Mal wurde die Sehnsucht ein wenig größer endlich wieder meine richtige Familie in den Arm zu nehmen. Da ich jedoch jeden Tag viel Neues erlebe und meine Familie sehr herzlich zu mir ist, vergesse ich mein Heimweh völlig und genieße einfach nur mein französisches Leben. 

Dass die Weihnachtszeit begann, bemerkte ich erst als die ersten Straßenbeleuchtungen auf gehangen wurden. Zusammen mit meinen Gastgeschwistern bastelten wir unseren eigenen Adventskalender, den wir mit Schokolade und kleinen Spielzeugen befüllten. Mit meinen Gasteltern stellte ich die Krippe auf, welche aus sehr vielen Figuren besteht. Eine Woche später haben wir uns einen Weihnachtsbaum gekauft, den wir feierlich schmückten. In all diese Familientraditionen wurde ich mit einbezogen, was mir das Gefühl gab, sehr willkommen zu sein. Auch in der Schule gab es eine Art Weihnachtsfeier. Jedes Mädchen kam im Kleid und hübsch frisiert und jeder Junge im Smoking mit Fliege oder Krawatte. Mittags gab es ein traditionelles Weihnachtsessen in der Kantine. Als Vorspeise gab es Leberwurst gefolgt von Truthahn mit verschiedenen Pilzen und Käsegratin und als Nachtisch gab es verschiedene Schokoladenkuchen. 

So vergingen die Tage und Heiligabend stand vor der Tür. Den Morgen schliefen wir aus und spielten einige Gesellschaftsspiele. Abends kamen Bekannte meiner Gastmutter zu Besuch. Wir aßen zusammen und traditionell gab es zum Nachtisch einen Kuchen, der ins Deutsche übersetzt als "Holzscheit" bezeichnet wird. Auf Französisch nennt man diesen Kuchen "la buche". Am Morgen des 25. Dezembers wurden die Geschenke ausgepackt. Für mich kamen sogar einige Geschenke von Freunden und von der Familie aus Deutschland an. Mittags fuhren wir zu den Großeltern. Zusammen mit der ganzen Familie aßen wir traditionell Leberwurst, einen Truthahn, Röstkastanien und Pilze. Als Nachtisch gab es erneut "la buche". Danach wurden Geschenke verteilt und jeder wurde reich beschenkt. 

Den zweiten Weihnachtstag blieben wir zu Hause und aßen die Reste der Feiertage. Diesen Tag nutzte ich außerdem um mit meinen Eltern in Deutschland zu skypen. Die Feiertage in Frankreich haben mir sehr gut gefallen. Es wurde viel mit der Familie gefeiert und das Essen war sehr gut. 

Ich freue mich auf weitere 6 Monate in Frankreich und bereue die Entscheidungen ein Auslandsjahr zu machen nicht! Ein Jahr im Ausland - für mich ist das ein Jahr voller neuer Erfahrungen, die ich nirgendwo anders hätte machen können.